Sonntag, 18. September 2011

Ein Tschuss, das diesmal auch ein Hallo ist. Endlich.

Leipzig hat sich mit einem Knall verabschiedet. Ein Gewitter am letzten Abend, bezeichnend für diesen Sommer der Regenwolken.

Die Sachen waren schon alle im Kofferraum verstaut, der Rest auf dem Rückweg zur Wohnung -durch eine riesige von einem Auto in eine meterhohe Wellenwand verwandelte Pfütze durchtränkt- in einen unbrauchbaren Zustand verwandelt. Den letzten Abend in Leopardenstrumpfhose und bunt gestreiftem Wollmantel auf der geblümten Couch mit Muttern und Pommes verbracht. Ja, wenn das kein würdevoller Abschied war, dann weiß ich auch nicht weiter.

Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle für die restlichen Tage antizipiert: Vorfreude und Panik schließen sich aneinander an wie die Wechselbäder bei einer Kneippkur - erwarte bei diesem heiß-kalt der Gefühlsebene allerdings keine ebenso heilsame Wirkung, befürchte bei anhaltendem Zustand eher verrückt zu werden.

Improvisiere mich aber weiter nach Sofia hin, schließlich sind es von hier aus nur noch fünfzehnhundertundeinpaarzerquetschte und nicht mehr sechszehnhundert Kilometer. Ich näher mich mit Babyschritten, aber wie meine Oma immer zu sagen pflegt: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, was im Grunde nichts anderes bedeutet als mein neuerkorenes Lebensmotte: Gut Ding braucht Weile. Oder auch die phänomenale Lebensweisheit: Live slow - die old!

Irgendwann -und das wird im Laufe der nächsten Woche passieren- werde ich mein Ziel erreichen und ein akademisches Auslandsjahr in Sofia, Bulgarien beginnen. Ohne Sprachkenntnisse, ohne einen blassen Schimmer, was ich eigentlich da will, aber zumindest mit zwanzig Kilo Gepäck und einem Zimmer in irgendeinem der Blöcke des Studentenviertels.
Sätze, denen ich selbst jetzt, hier geschrieben, noch nicht ganz vertraue. Aber wie heißt es denn auch noch so schön? Man ist sich selbst sein größter Kritiker oder auch sein Glückes Schmied. Wir werden schon sehen und ich werde berichten. In diesem Blog. Bald.